Veröffentlicht am 19. Jul 2010
Unser Bericht über den geplanten Mega-Schlachthof in Wietze hat für heftige Reaktionen unter unseren LeserInnen gesorgt. Viele reagieren wütend oder mit einem Gefühl der Hilflosigkeit. Beides ist verständlich, doch anhand vier aktueller Beispiele möchten wir daran erinnern, dass der Kampf gegen den Bau neuer Tierfabriken nicht auf verlorenem Posten geführt wird: In Etelsen (bei Verden) konnte einer Bürgerinitiative im Genehmigungsverfahren für den Bau einer Mastanlage für 100.000 Hühner intervenieren.
Der Erörterungstermin wurde vom Landkreis abgesagt, weil die Bürgerinitiative Mängel in den Antragsunterlagen nachweisen konnte. Wahrscheinlich wird u.a. eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig. Im emsländischen Surwold hatte eine Bürgerinitiative Erfolg gegen den Bau einer 300.000er Hähnchenmastanlage, da die Aktiven falsche Angaben über den Tierbesatz nachweisen konnten. In Polle an der Weser ist der Bau von Deutschlands erster Ziegen-Massentierhaltung geplatzt. Und schließlich hat sich der Investor in Allstedt im Südharz nach heftigem Widerstand aus der Bevölkerung entschieden, seine Pläne für eine Mega-Schweinemast aufzugeben und auf dem Gelände nun einen Solarpark zu bauen.
Wie kommen diese jüngsten Erfolge zustande? Ein wesentlicher Faktor ist, dass Tierschützer immer professioneller agieren und sich die Vorteile des Internets zu Nutze machen. Auf der Webseite des Netzwerks Bauernhöfe statt Agrarfabriken, in dem auch die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt Mitglied ist, finden Bürgerinitiativen beispielsweise wertvolle Informationen, wie man sich gegen den Bau von Tierfabriken zur Wehr setzen kann, und sie tauschen untereinander Strategien aus. Sicherlich wird es auch weiterhin Misserfolge geben, aber eines wird immer deutlicher: Wer clever und ausdauernd kämpft, hat bessere Erfolgschancen als jemals zuvor.
So ist auch in Wietze das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Was können Sie tun? Ob es gegen neue oder schon bestehende Tierfabriken geht: Gehören auch Sie zu den Menschen, die aktiv werden, neue Kampagnen durch ihre Spenden ermöglichen und eine Bürgerinitiative ins Leben rufen, wenn bei Ihnen eine Agrarfabrik gebaut werden soll. Sie können jetzt den nächsten Schritt auf dem noch langen Weg zur Abschaffung der quälerischen Massentierhaltung machen! Danke an die AbL für die Überbringung der guten Nachrichten!
© 2010 Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt